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Wien: Muslime verurteilen den Islamischen Staat („IS“)

Louis_Raphaël_I_Sako_November_2015Im Unterschied zum „Nationalsozialismus und anderen tödlichen Ideologien des 20. Jahrhunderts“ verüben die Dschihadisten des Islamischen Staates ihre barbarischen Verbrechen „im Namen des Islam“ – so der irakisch-chaldäische Patriarch Louis Raphael I. während der vom saudischen König Abdullah bin Abdulaziz veranstalteten internationalen Tagung „Vereint gegen Gewalt im Namen der Religion“. Deshalb sei es für ihn absolut „schockierend, dass die islamische Glaubensgemeinschaft diese Aktionen nicht längst auf höchster Ebene und mit Nachdruck verurteilt hat“.

„Der IS-Terror ist auch für Muslime gefährlich“
Dies zeuge davon, dass es keine führenden Religionsvertreter gibt, die in der Lage wären „unter der Bevölkerung das Bewusstsein von der drohenden Gefahr eines im Namen der Religion agierenden Islamischen Staates entstehen zu lassen“. Mit diesen Worten forderte er die führenden Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaften auf, die eigene Verantwortung bei der Bekämpfung eines finsteren islamistischen Extremismus zu übernehmen, der für die Christen im Nahen Osten eine tödliche Gefahr darstellt, aber „nicht weniger gefährlich auch für Muslime ist“. Diesen beherzten Appell brachte der irakische Patriarch in einem offenen Brief an die in Wien versammelten „muslimischen Brüder und Schwestern“ während der Konferenz zum Ausdruck. Daran nahmen am 18. und 19. November 2014 rund 200 hohe Vertreter der muslimischen und christlichen Glaubensgemeinschaften teil, die sich mit diesem akut gewordenen Thema befassten.

Erstmals gemeinsame Deklaration gegen Gewalt
Sako forderte muslimische Religionsvertreter ausdrücklich zu einer „Änderung der eigenen Haltung“ auf, denn „ihr tragt die Verantwortung dafür, dass dringend eine Antwort gefunden wird, die nicht von außen, sondern aus den eigenen Reihen kommen muss“.  Am Ende der Konferenz verabschiedeten zum ersten Mal alle Religionsführer der sunnitischen, schiitischen, christlichen, mandäischen und jesidischen Gemeinden des Nahen Ostens eine gemeinsame Deklaration gegen Gewalt im Namen der Religion. Darin wurden ausdrücklich die schweren Menschenrechtsverletzungen im Irak und in Syrien scharf verurteilt. (poi und CSI)

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