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UNGARN HILFT!

„UNO ignoriert verfolgte Christen.“

von Pia de Simony aus Budapest          

Die alarmierende Lage der Christen im Irak und in Syrien stand Mitte Oktober in Budapest im Fokus einer vom ungarischen „Staatssekretariat zur Hilfe für verfolgte Christen“ einberufenen internationalen Konferenz mit hochrangigen Kirchenführern aus dem Nahen Osten.

In seiner Eröffnungsrede hob Premier Viktor Orbán die Richtigkeit der Entscheidung seiner Regierung hervor, die Christen in ihren Heimatländern mit der Initiative „Ungarn hilft“ beim Wiederaufbau ihrer Dörfer finanziell zu unterstützen, damit diese nicht gezwungen sind zu emigrieren. Seine Ansprache haben alle dort anwesenden Patriarchen mit dankbaren Worten quittiert. „Ungarn hat uns mit vielen humanitären Projekten von Anfang an sehr unterstützt“ bekräftigt der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Aphrem II. Karim, der ebenfalls an der Tagung teilnahm. „Doch wo bleibt das Engagement unserer Glaubensgeschwister in den anderen westlichen Ländern? Sie scheinen sich nicht besonders um unseren Leidensweg zu scheren. Die UNO hat die verfolgten Christen nicht einmal als Thema auf ihrer Agenda, wohl aber jenes der vom Aussterben bedrohten Tiere…“ – fügt er fassungslos hinzu. Sein syrisch-katholischer Amtskollege, Ignatius Yousif III. Younan, beklagt ebenso die Gleichgültigkeit des Westens, allen voran jene der USA, die im Nahen Osten mitverantwortlich für das derzeitige Desaster ist. „Sie haben nur ihre eigenen Interessen verfolgt. Jetzt sitzen wir Christen zwischen allen Stühlen, werden zahlenmäßig immer schwächer und sind dem Terrorismus ausgeliefert…“

(©: CSI-Österreich)

Budapest: syr.-orth. Patriarch Ignatius Aphrem II. zwischen syr.-kath. Patriarchen Ignatius Youssef III. Younan und russ.-orth. Metropoliten Hilarion

Geistiges Vakuum bei den Christen im Westen

Der Vorsitzende der katholischen Ungarischen Bischofskonferenz, András Veres, erläutert, warum Ungarn größtes Verständnis für die heikle Lage der Christen im Nahen Osten hat: „Wir kennen die Bedrohung, die eigene Identität zu verlieren nur allzu gut aus der eigenen blutigen Geschichte: erst durch die Eroberung der Osmanen in unserem Land, dann durch die langjährige sowjetische Besatzung.“ Deshalb macht er in Hinblick auf die vielen muslimischen Flüchtlinge in den anderen EU-Ländern ebenfalls auf die Gefahr aufmerksam, dass sich der Hass manch eingeschleuster radikaler Islamisten vermehrt auch auf Europa entladen kann, das zunehmend seine christlichen Wurzeln verleugnet. Auch Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen (dessen oben erwähntes Staatssekretariat ihm unterstellt ist, Anm.)  stellt bei den Christen im Westen ein ähnliches geistiges Vakuum fest. „Es ist gefährlich, wenn man den eigenen Glauben unter dem Deckmantel von „Toleranz“ und „Neutralität“ versteckt!“ Die beunruhigende Schlussfolgerung wäre dann, laut Staatssekretär Bence Rétvári, dass wir in 50 Jahren in Europa Zustände haben könnten, wie jene die heute den Nahen Osten erschüttern.

Ungeachtet dessen waren sich alle Teilnehmer von Ost und West während der Konferenz einig:

Soforthilfe vor Ort für den raschen Wiederaufbau der christlichen Dörfer gibt den leidgeprüften Bewohnern am meisten Hoffnung und Kraft, um in ihrer angestammten Heimat zu bleiben.

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