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Syrien: Die Lage bleibt kritisch

Christen sollen durch gezielte Entführungen aus ihrem Land vertrieben werden

Islamic State flag waving on the wind

Damaskus – Die Lage in Syrien wird immer verzweifelter und verworrener. Im Bürgerkrieg kämpfen inzwischen die Oppositionellen nicht vereint gegen das Regime von Staatspräsident Baschar al-Assad, sondern sie bekriegen sich auch untereinander. Dabei setzen sich radikal-islamische Terrorgruppen immer mehr gegen die gemäßigten Kräfte durch. So hat die Islamische Front inzwischen schätzungsweise 45.000 Kämpfer im Vergleich zu den 15.000 der vom Westen unterstützten Freien Syrischen Armee. Die mit dem Terrornetzwerk Al Kaida verbundenen Gruppen Isis und Al-Nusra-Front wollen einen islamischen Staat errichten. Besonders die Christen zählen zu den Hauptleidtragenden. Sie genossen unter dem Assad-Regime relative Glaubensfreiheit; von den Aufständischen werden sie nun als seine Verbündeten verfolgt. “Sie befinden sich jetzt überall in Lebensgefahr”, so der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Homs und Hama, Selwanos Boutros Alnemeh.

12 Nonnen immer noch in Geiselhaft
Etwa eine halbe Million Christen sind bereits geflohen. Der Erzbischof erinnerte an die Entführung der orthodoxen Erzbischöfe Mar Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi, die seit dem 22. April verschwunden sind. Ferner verschleppten kürzlich radikal-islamische Rebellen auch 12 Nonnen aus dem orthodoxen Thekla-Kloster im Wallfahrtsort Maalula. Mit solchen Aktionen sollen – laut des orthodoxen Patriarchen Theophilos III. von Jerusalem und Jordanien – Christen des Landes vertrieben werden. Nach Schätzungen sollen im syrischen Bürgerkrieg in zweieinhalb Jahren min-destens 110.000 Menschen umgekommen sein. Entführte oder vermisste Christen sind inzwischen mehr als 2.000 – die meisten aus Homs und Umgebung. Ermordet wurden im ganzen Land inzwischen über 4.000 Christen (laut Auskunft des Ministers für internationale Versöhnung Ende 2013, Anm.).

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