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Soforthilfe Syrien- Ausbildung für die Zukunft der Jugend

Wiederaufbau, um zu bleiben

Der Krieg in Aleppo ist zu Ende, doch die befreite Stadt ist schwer mitgenommen. Viele Einwohner stehen vor Schutthaufen, die einst ihre Wohnungen und Geschäfte waren. Das blühende Wirtschafts- und Tourismuszentrum ist schwer angeschlagen. Ost-Aleppo liegt in Trümmern, im Westen muss Vieles noch renoviert werden.

Leidtragend sind vor allem Kinder und Jugendliche. Die meisten haben im sechs Jahre andauernden Terror der muslimischen IS-Milizen alles verloren. Ein Teil ihrer Eltern, Geschwister oder ihr Zuhause. Dennoch sind in der christlichen Gemeinde von Aleppo erste Anzeichen einer Aufbruchsstimmung zu spüren. Vor alle m die Jungen wollen bleiben und anpacken, den Neubeginn wagen und so bald wie möglich auf eigenen Beinen im Leben stehen. CSI-Österreich begleitet diese junge Generation so gut es geht. Gemeinsam mit der melkitischen Kirche suchen wir Wege, um die kleine Flamme der Hoffnung heller leuchten zu lassen.

Von Babynahrung und Kleidung zum Wiederaufbau

Bereits während des Krieges haben wir mit Nothilfen durch unsere Spender geholfen. Das Geld wurde damals für Babynahrung, medizinische Erstversorgung und Kleidung verwendet. Jetzt blicken wir in die Zukunft: Durch nachhaltige Hilfe wie Wiederaufbau und Berufsbildung werden die Grundsteine für den Neubeginn der Gesellschaft gelegt. Die junge Generation ist die größte Hoffnung in Aleppo. „Wir haben alle unsere Kräfte mobilisiert, um der neuen Generation eine gute Ausbildung zu ermöglichen, die Ihnen die Chance bietet, am Aufbau unseres Landes mitzuwirken und künftig eine Familie zu ernähren“, betont Jean-Clément Jeanbart, Oberhirte der Melkitisch-Katholischen Kirche in Aleppo. Dem Erzbischof und seiner Diözese – sie sind unser Projektpartner vor Ort – ist es zu verdanken, dass die christliche Bevölkerung Aleppos aus den Trümmern ihrer Existenz den Neubeginn wagt.

Berufsschule wird zum Leuchtturm der Hoffnung

Bereits im Jahr 2000 wurde in Aleppo das erfolgreiche Institut St. Basile gegründet. Eine sehr angesehene Schule, die den Jugendlichen der Stadt eine fundierte Ausbildung u.a. in Computer-Technologien, Sprachen, Management und Tourismus ermöglichte. Die Diözese von Aleppo hatte damals eines der schönsten Häuser der Altstadt für den Unterricht zur Verfügung gestellt. „Das Institut war bis zum Kriegsausbruch im Jahr 2011 sehr erfolgreich und zählte rund 60 Schüler. Durch Granateneinschläge sind die Klassen großteils unbenutzbar geworden. Der Unterricht konnte trotz aller Schwierigkeiten zumindest für einige Schüler aufrechterhalten werden. Und es geht wieder aufwärts. Zählten wir im vergangenen Jahr nur 15 Schüler, so sind es im heurigen Schuljahr bereits 31 und wir sind zuversichtlich, dass es nächstes Jahr noch mehr werden“, freut sich Jeanbart. Die Berufsschule ist ein Leuchtturm der Hoffnung, denn Ausbildung ermöglicht eine Zukunft für die Jugendlichen in Aleppo statt der Flucht aus der Stadt.

Ausbildung für die Kinder aus mittellosen Familien – Solidarität, die Leben schenkt

Eine gute Ausbildung macht stolz und führt Menschen zusammen:
Erzbischof Jeanbart (Mitte) mit den Fachschulabsolventen

Bis der gewohnte Schulalltag wieder einzieht, ist es aber noch ein weiter Weg. Der jahrelange Krieg hat einen Großteil der urbanen Infrastruktur zerstört, zahllose Menschen vertrieben und viele getötet. In Aleppo sind die Zurückgeblieben durch den Verlust von Arbeit und Einkommen zumeist völlig mittellos. Gemeinsam mit Erzbischof Jeanbart konzentriert sich CSI-Österreich daher auf die langfristige Unterstützung durch laufende Verbesserungen der Schul- und Weiterbildung.

So werden Kinder verarmter christlicher Eltern betreut, die sich einen regelmäßigen Schulbesuch nicht leisten können und ohne Hilfe ihre Kinder aus der Schule nehmen müssten. „Wir bieten den Studierenden Stipendien an, um ihre Ausbildung fortzusetzen. Wir sind überzeugt, dadurch Wohltätigkeit mit nachhaltigen und positiven Auswirkungen zu verbinden. Mit dem Erlernten sind sie in der Lage, auch außerhalb des Tourismus einen Job zu finden“, ergänzt Jeanbart.

Die Unterstützung der Familien bei den Schulkosten kann die christliche Diözese in Aleppo nicht alleine leisten. Jedes Jahr benötigt die Berufsschule rund 10.000 Euro für die verarmten Kinder. Das sind pro Schüler etwa 300 Euro pro Jahr. Sorgen bereiten Jeanbart auch die anstehende Sanierung des teilweise zerstörten Schulgebäudes, wofür zusätzlich rund 20.000 Euro benötigt werden. Für diesen ersten Schritt, um wieder Unterricht zu ermöglichen, hat CSI-Österreich Anfang März 15.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Dank der Spenden für Aleppo ist das möglich geworden. Ein wichtiger erster Schritt kann damit gesetzt werden. Diese Solidarität brauchen die jungen Schüler von Aleppo, denn bis die Programme der großen Hilfsorganisationen anlaufen, ist die Ausbildungszeit mancher Schüler schon vorbei. Wer schnell hilft, sichert das Überleben und den Aufbau einer besseren Zukunft!

300 Euro kostet die Welt!

Für die komplette Renovierung des Gebäudes fehlt nur noch wenig, aber die Schülerinnen und Schüler müssen auch unterrichtet, mit Schulspeisung versorgt und medizinisch betreut werden. 300 Euro pro Schüler und Jahr kostet die Zukunft in der kleinen Welt von Aleppo. Das sind nur 25 Euro im Monat! Dort, wo Kinder durch Wissen und Tatkraft die Schrecken des Krieges vergessen und die Zukunft neu lernen können. Dieses Geld wollen wir gemeinsam mit unseren Spenderinnen und Spendern aufbringen. Ohne Schulen und regelmäßigen Unterricht werden auch diese Kinder und Jugendlichen zu Flüchtlingen.

Bitte helfen Sie uns bei den ersten erfolgreichen Schritten in ein neues und selbstbestimmtes Leben. Es ist eine Investition in die Zukunft, eine Zukunft, die gerade beginnt. Die Kinder und Jugendlichen von Aleppo brauchen uns. Sie wollen trotz aller Schwierigkeiten in der christlichen Gemeinde von Aleppo aufwachsen, mit Freunden zur Schule gehen und den Krieg vergessen können. Helfen sie mit. Jetzt!

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