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Russland: Jehovas Zeugen mit Strafverfolgung konfrontiert

Die christliche Menschenrechtsorganisation «Forum 18» aus Norwegen hat am 12. Juli eine vollständige Liste der Namen von 53 Jehovas Zeugen publiziert, die in Russland verdächtigt werden oder bereits wegen «Extremismus»-Vergehen vor Gericht stehen. Die 53 sind mit einer Strafverfolgung konfrontiert aufgrund der «Ausübung ihres Rechts auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit», schreibt «Forum 18».

Demnach hätten die russischen Strafverfolgungsbehörden im Juni und Juli mit bewaffneten Kräften in fünf Regionen bei Jehovas Zeugen Razzien, Durchsuchungen und Verhaftungen durchgeführt, bei denen die 53 Personen mit behördlichen Massnahmen konfrontiert worden seien. Am 11. Juli waren 22 Jehovas Zeugen in Haft, drei standen unter Hausarrest und 27 unter Reisebeschränkungen. Nur eine Person stand unter keinen Einschränkungen, da das Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Erste Frau verhaftet

Zu den kürzlich Verhafteten gehöre auch Anastasiya Polyakova in Omsk, schreibt «Forum 18». Sie sei die erste Frau, von der bekannt wurde, dass sie in diesem Zusammenhang in Untersuchungshaft genommen worden sei.

Am 20. April und 17. Juli 2017 hatte der Oberste Gerichtshof in Russland die Religionsgemeinschaft der Jehovas Zeugen als „extremistisch“ eingestuft. Damit wurde die Gemeinschaft mit rund 170.000 Mitgliedern verboten und das Vermögen vom Staat eingezogen. Das Hauptquartier bei St. Petersburg sowie die landesweit 395 Versammlungsorte müssten geschlossen werden, so die Richter. Mitglieder, die sich weiterhin zu Gebet und Bibelstudium treffen würden, riskierten wegen „extremistischer Aktivitäten“ strafrechtliche Verfolgung.

Einige der Verhafteten werden beschuldigt das Hauptquartier und die lokalen Gemeinden weitergeführt zu haben. «Die internationalen Menschenrechtsnormen erlauben es jedoch jedem, seine Religions- und Weltanschauungsfreiheit ohne staatliche Erlaubnis auszuüben», schreibt «Forum 18».

Auch Muslime wegen «Extremismus» angeklagt und inhaftiert

Auch muslimische Leser von Werken des Theologen Said Nursi seien bei „Anti-Extremismus“-Razzien, festgehalten und verhaftet worden, schreibt die Menschenrechtsorganisation. Die jüngste Verhaftung habe Imam Komil Odilov betroffen. Er wurde für zwei Jahre inhaftiert, weil er sich mit anderen getroffen hatte, um Nursi’s Werke zu studieren. Sechs muslimische Männer befänden sich derzeit im Gefängnis – oder in Haft, mit anhängigen Berufungen -, da sie für schuldig befunden worden seien, an Treffen zum Lesen von Nursi’s Werken teilgenommen zu haben.

Quelle: APD-Meldung /AKREF

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