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Pakistan: Christliche Familie erlebt ein „juristisches Wunder“

Polizisten zahlen Entschädigung nach Tötung eines jungen Christen

In Pakistan hat eine christliche Familie nach einem ungewöhnlichen Gerichtsurteil eine großzügige Entschädigung erhalten. Ihr Sohn war von Polizisten getötet worden. Die Anwälte der Familie sprachen nach der Urteilsverkündung von einem „seltenen Sieg“.

Was können pakistanische Christen von der Justiz erwarten in einer Gesellschaft, die sie an den Rand drängt? Menschlich gesehen, nichts. Der aber, „der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen“ (Epheser 3,20), kann die verzweifeltsten Situationen umkehren. Am 9. Oktober 2017 brach in Sheikhupura, in der Provinz Punjab, für die Eltern von Arsalan Masih (16) die Welt zusammen. Sie hatten gerade vom Tod ihres Sohnes nach einem brutalen Polizeiangriff erfahren. Gleichzeitig mussten sie davon ausgehen, dass dieses Verbrechen wahrscheinlich ungestraft bleiben würde. „Wir hatten keine Hoffnung auf Gerechtigkeit, weil wir eine arme und ungebildete christliche Familie sind. Wir hatten keine Ahnung, wie wir in diesem Fall vorgehen sollten“, erinnert sich Mushtaq Masih, Arsalans Vater.

Familie zufrieden mit Verhandlungsergebnis

Nach mehr als vier Monaten Haft boten die sechs angeklagten Polizisten der Familie drei Millionen Rupien (rund 21.500 Euro) nach dem islamischen Konzept des „diyat“ an: Blutgeld gegen Begnadigung. Am 14. März 2018 gab der Richter diesem Austausch nach pakistanischem Recht statt und sprach die sechs des Totschlags beschuldigten Männer frei. Artikel 319 des pakistanischen Strafgesetzbuches besagt, dass „jeder, der unbeabsichtigt einen Menschen tötet, diyat unterliegt“. Jedes Jahr überprüft die Regierung die Höhe des „diyat“: Sie beträgt im Jahr 2018 rund 14.000 Euro. Shaheryar Gill, ein Anwalt, der die Familie in diesem Fall vertreten hat, sagt: „Meines Wissens wurden bisher in keinem Fall von Polizeigewalt, die zum Tod eines Christen führte, die Täter bestraft. Das ist ein seltener Sieg für unsere Anwälte, die dafür gesorgt haben, dass der Familie Gerechtigkeit widerfährt. Die Familie sagte, sie sei zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis.“

Untersuchung erst nach öffentlichen Protesten eingeleitet

Arsalan hatte sich mit Schulkameraden geprügelt, die mit einem der Polizisten verwandt waren. Gegen 17 Uhr betraten sechs Polizisten das Klassenzimmer. Sie brachten Arsalan nach draußen und verprügelten ihn vor einer großen Zahl von Zeugen mit Fäusten, Tritten und mit ihren Gewehrkolben. Dann stießen sie ihn in einen Lieferwagen. Sein Vater sagt: „Arsalan starb im Kleintransporter, aber auf dem Polizeiposten weigerten sie sich, unsere Beschwerde gegen seine Angreifer entgegenzunehmen. Daraufhin blockierten etwa 300 Christen aus Protest die Straße, woraufhin die Polizei den Fall aufzeichnete und eine Untersuchung eingeleitet wurde.“

In Pakistan werden die Christen oftmals diskriminiert, leben verarmt und sozial ausgegrenzt; viele sind in Schuldsklaverei gefangen. Sie gelten als Bürger zweiter Klasse.

Bitte beten Sie für die Christen in Pakistan:

  • Danken Sie für das ungewöhnlich faire Gerichtsurteil.
  • Beten Sie dafür, dass die christliche Minderheit künftig stärker respektiert wird, gerade auch von Behörden und Gerichten.
  • Beten Sie für die zahlreichen Christen, die wegen ihres Glaubens täglich diskriminiert und verfolgt werden – dass sie sich ihrer Würde in Christus bewusst sind und erleben, dass Jesus selbst ihr Fürsprecher ist.

Quelle: Open Doors, Kelkheim

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