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NIGERIA: Boko Haram lässt 82 entführte Chibok-Schülerinnen nach 3 Jahren frei

Für die Eltern der traumatisierten Mädchen (im Bild) grenzt die Freilassung an ein Wunder. Seit April 2014 haben sie im Schwebezustand gelebt zwischen großer Angst und leiser Hoffnung, ihre Töchter je wieder in ihre Arme schließen zu können. Nun hat sich ihr größter Wunsch erfüllt. „Nach langwierigen Verhandlungen haben unsere Sicherheitsdienste diese Mädchen zurückgeholt, im Austausch für einige von den Behörden festgehaltene Boko-Haram-Verdächtige“ sagte Präsident Muhammadu Buhari sichtlich erleichtert, kurz bevor er gestern die schwer unter Schock stehenden jungen Frauen  in der Hauptstadt Abuja empfangen hatte. Die Regierung dankte der Schweiz und dem Roten Kreuz für die heikle Vermittlung. Details zu den Verhandlungen wurden jedoch aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben.

© Reuters

Ihr Leidensweg begann im April 2014

Der Leidensweg dieser Mädchen begann vor drei Jahren als bewaffnete Boko-Haram-Terroristen nachts eine christliche Schule in Chibok (im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes, Anm.) stürmten und sie mit weiteren 194 Mitschülerinnen entführten. Seitdem wurden sie von der Terrormiliz im schwer zugänglichen Sambisa-(„Sumpf“-)wald wie Sklavinnen als Geiseln festgehalten. Zwischendurch konnten immer wieder einige verschleppte Mädchen unter lebensbedrohlichen Umständen fliehen oder befreit werden, doch längst nicht alle. Bis dato wird nach wie vor ein Großteil der Entführungsopfer vermisst. Man kann nur hoffen, dass die Terrormiliz, die inzwischen als gespalten gilt, zunehmend geschwächt und eines Tages nachgeben wird. Denn indessen haben sich in den letzten Monaten auch massive muslimische Bürgerwehren gegen Boko Haram gebildet und – gemeinsam mit einer effizienteren Armee – der Terrorgruppe entschlossen den Kampf angesagt. (PdS/CSI)

 

 

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