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Nigeria: Ausmaß eines Völkermordes erreicht

Die Christen im Plateau Staat von Nigeria sind in Gefahr, durch Angriffe der Fulani ausgelöscht zu werden

Während einer kürzlichen Debatte im Oberhaus in Großbritannien wies die Baronin Berridge auf die Morde in Nigeria und Westafrika hin, die das Ausmaß eines Völkermordes erreicht haben und erwähnte den globalen Terror-Index von 2017, wonach seit 2001 schätzungsweise 60.000 Menschen in Westafrika bei Zusammenstößen zwischen ethnischen Fulani-Hirten und Bauerngemeinschaften getötet worden sind.  Die Fulani sind vorwiegend Muslime und die niedergelassenen Bauern vorwiegend Christen.

Im Plateau-Staat, einer Region von 31.000 Quadratkilometern im Herzen Nigerias, wurden in den vergangenen zwei Jahren ca. 2000 Christen getötet. Hunderte von Dörfern dieser vorwiegend christlichen Bauerngemeinschaft wurden durch die Fulani-Hirten dem Boden gleichgemacht, nachdem sie die überlebenden Bewohner vertrieben und ihr Land in Besitz genommen hatten. Die christliche Assoziation Nigerias (CAN) nimmt an, dass 2018 bis zu 6.000 Christen durch das Vorgehen der muslimischen Fulanis umgekommen sind, und die Leiter von CAN haben die internationale Gemeinschaft aufgefordert, einzugreifen.  Viele christliche Bauern sind aus einsamen Gebieten weggezogen und sind jetzt in Gebiete, die näher an der Stadt Jos liegen, um der Gewalt zu entfliehen.

Christen, die die blutigen Angriffe der muslimischen Fulani-Hirten überlebt haben, sagen aus, dass ihre Bauerngemeinschaften in Gefahr sind ausgelöscht zu werden.

Zunehmende Feindseligkeit und militärartige Angriffe der Fulani.

Allein an einem Wochenende liefen Fulani Hirten Amok in zehn christlichen Dörfern im Plateau-Staat und brachten 200 Menschen um. Die Dorfbewohner sagten, dass Hunderte von schwarz gekleideten Bewaffneten ihre Gemeinschaften am 23. Und 24. Juni angriffen, Menschen erschossen, Häuser ausraubten und sie in Brand steckten. Trauernde, die von der Beerdigung eines Pastors in Gidin Akwati zurückkehrten, wurden ebenfalls ermordet.

Für vertriebene Kinder sorgen

In Ganaropp, nicht weit vom Ort des Blutvergießens, leitet Pastor Bazo Famonure den AGAPA-Dienst, der durch den Barnabas Fund unterstützt wird, zu dem zwei Schulen und ein Wohnheim für über 100 der vielen vertriebenen Kinder des Gebiets gehören. Wegen der Angriffe auf das Gebiet wurde eine Ausgangssperre ab 19.00 Uhr verhängt.

Pastor Bayo glaubt, dass die Fulani mit der Absicht in das Gebiet gezogen sind, den Plateau-Staat „zu erobern und zu kolonisieren“. Ihr Hauptziel ist es nicht etwa, die Christen zum Islam zu bekehren, sondern sie zu unterwerfen oder umzubringen und ihr Land zu nehmen, sagt er.

Er und seine Frau Naomi, beide Ende sechzig, kümmern sich um einen zweijährigen Jungen, der auf den Leichen seiner Eltern gefunden wurde. Er war 15 Monate alt, als er gerettet wurde und das Ehepaar gab ihm den Namen „Wunder“. Unter den anderen Kindern, um die sie sich kümmern ist Cyrus, ein zehnjähriger Junge, dessen Vater, Bruder und andere Verwandte von den Fulanis erschossen wurden und deren Haus niedergebrannt wurde. Seine Mutter überlebte, schlägt sich jetzt aber allein durch und lebt von Ackerbau zum Eigenbedarf, nachdem sie von ihrem Land vertrieben wurde.

Pastor Bayo sagt aus, dass die Armee es oft versäumt, die Dörfer zu durchsuchen oder die Bewaffneten Fulanis nach dem Angriff zu verfolgen. Er drückte auch seine Besorgnis aus, dass die Kirche in Gefahr ist, ganz aus der Region zu verschwinden oder in den Untergrund verdrängt zu werden.

Frustration über falsche Berichterstattung über bewaffnete Attacken durch Fulanis auf unbewaffnete christliche Bauern.

Ein Bewohner des Dorfes „Hukke“, das in den blutigen Attacken vom 17. bis 20. Juni zur Zielscheibe wurde, kritisiert, dass typischerweise in den Nachrichten behauptet wird, die Angriffe seien ein Zusammenstoß zwischen Hirten und Bauerngemeinschaften wegen Streitigkeiten um das Land: „Es macht einen wütend, wenn Politiker sagen, dies sei ein Zusammenstoß zwischen Hirten und Bauern. Ich frage mich, wie kann eine Frau, die ihrer Arbeit auf dem Bauernhof nachgeht, mit Fulanis kämpfen, die mit AK 47-Gewehren bewaffnet sind?“

Die Regierung und die internationale Gemeinschaft werden aufgefordert, einzugreifen

CAN hat die Proteste in der Region koordiniert und ruft die Regierung auf, die Gewalt zu beenden. Dr. Soja Bewarang, der Vorsitzende von CAN im Plateau-Staat, sagte aus, dass die Kirchen in der Krise viele Pastoren und Leiter verloren haben. Er macht sich Sorgen um die Zukunft des Christentums in dem Staat.

„In der Vergangenheit lebten die Menschen in Frieden und Fulanis und Christen gingen in dieselben Schulen und wohnten in denselben Orten“, sagte Dr. Bewarang. „Aber die Dinge änderten sich allmählich“. In einer Erklärung, die für CAN veröffentlicht wurde, beschrieb er die Gewaltkampagne im Staat als „unheiligen, systematischen Völkermord… und den bewussten Versuch, das kulturelle Erbe der Menschen im Plateau-Staat zu vernichten“.

Quelle: Barnabasfund /Übersetzung AKREF/F

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