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Libyen: Sorge um Schicksal von 86 entführten eritreischen Christen

Die jungen Migranten waren von IS-Terroristen auf dem Weg zur Mittelmeerküste überfallen worden – Nur wer die Shahada, das islamische Glaubensbekenntnis, rezitieren konnte, wurde wieder freigelassen.

the-us-is-preparing-military-options-against-the-islamic-state-in-syriaTripoli-Stockholm – Die eritreische Diaspora ist in großer Sorge über das Schicksal von 86 eritreischen Christen, die in Libyen auf dem Weg nach Tripoli von IS-Terroristen entführt worden sind. Es wird befürchtet, dass die 86 Christen – alles junge Migranten – von den Terroristen ebenso ermordet werden könnten wie die 28 äthiopisch-orthodoxe Christen im April und 21 koptisch-orthodoxe Christen im Februar. Auch diese Bluttaten waren auf das Konto der IS-Terroristen gegangen.

Die Nachricht über die Entführung der 86 Eritreer wurde von Meron Estefanos verbreitet, einer schwedisch-eritreischen Radiojournalistin und Menschenrechtsaktivistin, die auch die Flüchtlingsorganisation „Eritrean Initiative on Refugee Rights“ leitet. Meron Estefanos ist durch ihre Reportagen von der Sinai-Halbinsel, wo Beduinen eritreische Flüchtlinge in geheimen Lagern festhalten, um Geld zu erpressen, sowie über die Situation der eritreischen Flüchtlinge in Israel weltweit bekannt geworden.

Nach dem Bericht von Meron Estefanos waren insgesamt 95 junge Eritreer in Fahrzeugen von Schleppern zur libyschen Küste unterwegs gewesen, um von dort aus zu versuchen, nach Europa zu gelangen. Die IS-Terroristen stoppten die Fahrzeuge und stellten den Eritreern Fragen darüber, wie sie beten und ob sie aus dem Koran zitieren könnten. Neun Eritreer, die in islamisch geprägten Nachbarschaften aufgewachsen waren, konnten die Shahada, das islamische Glaubensbekenntnis, rezitieren und wurden freigelassen; die anderen wurden verschleppt. Einige der neun Freigelassenen riefen Meron Estefanos an (deren Handynummer bei den Migranten wohl bekannt ist) und berichteten, dass sie am Übergang vom Wüsten- zum Steppengebiet völlig verlassen seien. Sie wüssten nicht, wohin sie sich wenden sollten. Auf keinen Fall würden sie sich Libyern anvertrauen, weil ihnen niemand helfen werde.

Meron Estefanos berichtete in diesem Zusammenhang, dass die vielen christlichen eritreischen Migranten auf ihrem Fluchtweg durch islamisch dominierte Länder wie Sudan und Libyen ständig Benachteiligungen und Diskriminierungen ausgesetzt seien: „Besonders gefährlich ist es im Ramadan. Die eritreischen Christen werden gezwungen, wie Muslime tagsüber zu fasten, niemand gibt ihnen zu essen oder zu trinken. Und am Abend, wenn für die Muslime die Zeit der großen Festessen beginnt, werden sie erst recht benachteiligt und bekommen weniger, weil sie keine Muslime sind“. 

Die schwedisch-eritreische Radiojournalistin und Menschenrechtsaktivistin setzt sich unermüdlich für ihre Landsleute ein. U.a. ist es ihr gelungen, die schwedischen Behörden heuer zur Aufnahme von Dutzenden eritreischen Asylsuchenden zu veranlassen, dabei ging es vor allem um alleinstehende Mütter mit ihren Kindern, die in Israel gestrandet waren.  (poi, 8.6.15)

 

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