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Libyen: Papst Franziskus würdigt ermordete Christen als Märtyrer

Ikone der 21 koptischen Märtyrer, die Anfang 2015 vom Islamischen Staat (IS) enthauptet wurden
Ikone der 21 koptischen Märtyrer, die Anfang 2015 vom Islamischen Staat (IS) enthauptet wurden

Vatikan  – Papst Franziskus hat die 21 jüngst in Libyen ermordeten koptischen Christen aus Ägypten als Märtyrer gewürdigt. Über diese Opfer von Islamisten hatte der Papst am vergangenen zweiten Maiwochenende in einem Telefonat mit dem koptischen Patriarchen Tawadros II. gesprochen, in dem beide Kirchenoberhäupter ihren Willen zu einer noch engeren Gemeinschaft beider Kirchen bekundeten. Der „Skandal des Kreuzes“ sei auch heute in der Welt gegenwärtig, so Franziskus bei seiner Frühmesse am 11. Mai im Vatikan. Im Tagesevangelium spricht Jesus zu seinen Jüngern vom christlichen Zeugnis und dem Selbstopfer, das es mit sich bringen kann. Dazu der Papst:

„Wir sind heute Zeugen von Morden an Christen im Namen Gottes. Diese Menschen sind (in den Augen der Mörder, Anm.) Ungläubige. Das ist das Kreuz Christi: ,Sie tun dies, weil sie weder den Vater noch mich gesehen haben‘, sagt Jesus: ,Das ist mir geschehen, und es wird auch euch geschehen: die Verfolgungen, die Qualen – doch habt keine Angst; der Geist wird euch führen und verstehen lassen.‘“

Alle am libyschen Strand enthaupteten Kopten sind im Gebet gestorben
Die enthaupteten Christen seien solche Märtyrer des christlichen Glaubens gewesen, fuhr Franziskus fort: „Diese Gläubigen hatten aufgrund der Kraft des Heiligen Geistes keine Angst. Sie starben mit dem Namen Jesu auf den Lippen. Das ist die Kraft des Heiligen Geistes. Das ist Zeugnis, es ist wahr – es ist wirklich das Martyrium – das höchste Zeugnis.“ (Das koptisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Ägyptens hatte kurz nach der Ermordung der Christen diese offiziell als „Märtyrer des Glaubens“ anerkannt und heiliggesprochen, s. ihre Ikone unten. Ihr Martyrium wird von nun an jeweils am 15. Februar des Gregorianischen Kalenders begangen, Anm.)
In seinem Telefonat mit Tawadros II. hatte der Papst unterstrichen: „Heute verbindet uns mehr denn je die Ökumene des Blutes, die uns auf dem Weg zu Frieden und Versöhnung ermutigt.“

Christen sollten die Märtyrer-Dimension des Lebens ernst nehmen
Ein Christ, der diese Märtyrer-Dimension des Lebens nicht ernst nehme, habe nicht den Weg verstanden, den Jesus lehrte – so Franziskus in seiner Predigt – einen Weg, der auch im Alltag zu bestreiten sei: „Der Weg des täglichen Martyriums, beim Verteidigen der Menschenrechte, beim Verteidigen der Kinder – Väter, Mütter, die ihre Familie verteidigen. Der Weg des täglichen Martyriums so vieler kranker Menschen, die aus Liebe zu Jesus leiden. Wir alle haben die Möglichkeit, diese Fruchtbarkeit auf dem Weg des österlichen Martyriums weiterzutragen, ohne uns zu entrüsten!“ (Zenit)

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