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JEMEN: In Aden entführter indischer Salesianerpater nach 18 Monaten wieder in Freiheit

Der befreite Priester traf in Rom den Papst und die Presse

New Delhi/Maskat/Rom – Der indische Salesianerpater Thomas Uzhunnalil (im Bild nach seiner Freilassung, Anm.), der vor 18 Monaten im südjemenitischen Aden von islamistischen Terroristen entführt wurde, ist seit dem 12. September wieder freigelassen worden. Gleich nach seiner Befreiung dankte Pater Thomas dem lieben Gott und Sultan Qabus bin Said, dem Herrscher von Oman, der maßgeblich am Erfolg dieser Mission beteiligt war. Auch die indische Diplomatie war in enger Zusammenarbeit mit den Salesianern seit Monaten bemüht, das Leben des entführten Ordensmannes zu retten.

Pater Tom: „Papst Franziskus hat mir die Hände geküsst und mich gesegnet“.

Einen Tag später war Pater Tom bereits in Rom und  ist von Papst Franziskus empfangen worden. „Ohne diese Entführung wäre ich ihm womöglich nie persönlich begegnet“ sagte der 59-Jährige, noch sichtlich bewegt von diesem Treffen während seiner darauffolgenden Pressekonferenz am 16. September. „Papst Franziskus hat mir die Hände geküsst und mich gesegnet. Ich weiß, dass er in all den Monaten viel für mich gebetet hat.“

Während seiner Gefangenschaft 30 Kg verloren

Dann berichtete er über seine Gefangenschaft. In der Zeit habe er rund dreißig Kilo verloren, doch hätten ihn seine Geiselnehmer alles in allem gut behandelt, sogar Medizin zur Behandlung seines Diabetes habe er bekommen. Er sei „zwei oder dreimal“ verlegt worden, immer mit verbundenen Augen, und habe während der ganzen Zeit nicht die Kleidung wechseln können. Ansonsten hätten ihn seine Kidnapper nicht schlecht behandelt. Geschlagen hätten sie ihn nicht, und es habe auch keinerlei Drohungen oder Versuche gegeben, ihn zum Islam zu bekehren. „Angst habe ich nie gehabt, ich war immer ruhig.“

Er habe viel gebetet, vor allem für die ermordeten Schwestern und für alle Opfer des jemenitischen Bürgerkrieges, so der Geistliche. Da er keine Bibel hatte, sei eine englische Koranausgabe seine einzige Lektüre gewesen. Täglich habe er Gott um Kraft zum Durchhalten gebeten. Insgesamt hätten ihn seine Geiselnehmer an vier verschiedene Orte verschleppt.

Verzerrte Appelle über IS-Videos

„Als die IS-Kämpfer die Videos mit meinen Appellen gedreht haben“ – so Pater Tom weiter – „sollte alles so aussehen, als ob ich misshandelt würde. In Wirklichkeit aber haben sie mir gesagt, ich solle so tun – damit es schneller Antworten und mehr Interesse gibt.“

Detailliert schilderte er dann die Umstände, unter denen er wieder freigelassen wurde. Die Geiselnehmer hätten ihn eine Burka anziehen lassen und mit dem Auto an einen drei oder vier Stunden entfernten Ort gefahren. Dort hätten sie einige Zeit lang auf „die Befreier“ gewartet, die ihn dann auf einer weiteren Autofahrt vom Jemen in den benachbarten Oman brachten. Dort hätten ihm Vertreter der Behörden Frisches zum Anziehen, einen Koffer und einen Rasierapparat gegeben, damit er sich zum ersten Mal seit 18 Monaten rasieren konnte.

Um seinen Schutz und seine völlige Genesung jetzt sicherzustellen bleibe Pater Tom vorerst in Rom, teilte ein Mitglied seines Ordens mit. Die Rückkehr nach Indien soll in Absprache mit den Ärzten erfolgen. Der Orden bekräftigt außerdem, dass  kein Lösegeld gezahlt worden sei.

Hintergrundinfo zu seiner Entführung

Pater Uzhunnalil wurde am 4. März 2016 bei einem Überfall auf ein Seniorenheim der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ (Mutter Teresa-Schwestern) in der Hafenstadt Aden von IS-Kämpfern entführt. Bei dem grauenhaften Blutbad wurden insgesamt 16 Menschen getötet, darunter vier junge Ordensfrauen. (Darüber berichteten wir bereits in unserer April 2016-Ausgabe von „Christen in Not“ auf S. 3, Anm.)  (Asianews/rv/fides/poi/CSI)

 

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