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Irak: Versöhnungsmarsch in der Ninive-Ebene in der Karwoche

Initiative wird auch vom chaldäisch-katholischen Patriarchat unterstützt

Erbil – In der Karwoche findet in der Ninive-Ebene ein Friedensmarsch statt, der die Teilnehmenden über 140 Kilometer von Erbil nach Qaraqosh (Baghdida) führt, jener Stadt, die im Sommer 2014 nach der Eroberung durch die IS-Terroristen von ihren christlichen Bewohnern verlassen werden musste. Zu der Initiative, die vom chaldäisch-katholischen Patriarchat unterstützt wird, werden auch Teilnehmende aus dem Ausland erwartet. Am 9. April soll es in Erbil nach der Palmsonntagsliturgie losgehen. Der Weg führt durch Städte und Dörfer in der Ninive-Ebene, die einst von Christen bewohnt wurden. Auch nach dem Abzug der Terroristen erwecken viele Orte noch den Eindruck von Geisterstädten (s. das vollkommen zerstörte Batnaya, im Bild); viele christliche Flüchtlinge hegen Zweifel über die Möglichkeit einer Rückkehr. Der Friedensmarsch soll deshalb die Hoffnung auf eine mögliche Wiedergeburt der Städte und Dörfer in dieser Region wecken und einen Prozess der Aussöhnung auf den Weg bringen, der über die Ninive-Ebene hinaus auch Mosul erfassen soll.

Der christliche Ort Batnaya – vom IS in Schutt und Asche gelegt

Christliche Parteien fordern Autonomie

Die Autonomie der Ninive-Ebene ist das Hauptziel der christlichen Parteien und Bewegungen, die sich am vergangenen 6. März in Kirkuk zu einem Rat der Einheit zusammengeschlossen haben. Am 3. April besuchte eine Delegation des Rates das Parlament der Autonomen Region Kurdistan in Erbil und wurde dort vom stellvertretenden Parlamentspräsidenten Jaafar Emniki empfangen. Im Rahmen des Gesprächs überreichten die Vertreter der christlichen Parteien ein Memorandum mit den gemeinsamen Forderungen, vor allem im Hinblick auf die Autonomie der Ninive-Ebene. Emniki bestätigte die Bereitschaft des kurdischen Parlaments, in zuständigen Kommissionen und parlamentarischen Gremien über eine solche Autonomie zu beraten. Die christlichen Parteien betrachten die Autonomie als Voraussetzung für den Wiederaufbau und für die Rückkehr der christlichen Flüchtlinge. (poi)

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