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Irak: Chaldäischer Patriarch alarmiert über „Hasspredigten“ gegen Christen

Sorge über die negativen Auswirkungen solcher „Brandreden“

Bagdad – Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako (im Bild) ist alarmiert, dass es im Schatten der militärischen Operationen zur Befreiung der Tigris-Metropole Mosul aus der Hand der IS (Daesh)-Terroristen im Irak noch immer „Hasspredigten“ in Moscheen und in „social media“ gibt, in denen Christen, Juden und Mandäer als “Ungläubige” bezeichnet werden, die man so behandeln müsse, wie es die Dschihadisten tun. In der Erklärung des Patriarchen wird darauf verwiesen, dass solche „Brandreden“ die Gesellschaft spalten und auch zu Phänomenen der „Islamophobie“ führen können. Die nationale Einheit des Irak werde mit diesen „Hasspredigten“ ernsthaft gefährdet, da die Christen doch integrierender Bestandteil der irakischen Nation seien. Der chaldäische Oberhirte fordert die religiösen Autoritäten und staatlichen Behörden des Landes auf, entschieden gegen alle Ausdrucksformen des „religiösen Hasses“ vorzugehen.

© Pia de Simony/CSI

Patriarch Sako: „Man kann von moderaten Muslimen sprechen, nicht aber von einem moderaten Islam“

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „alle welt“ der Päpstlichen Missionswerke betont der Patriarch, dass gerade die derzeit laufende Befreiung von Mosul alle Iraker in einer gemeinsamen Aktion gegen den IS vereine. Das könnte endlich der Anstoß für eine nationale Aussöhnung sein, so der Patriarch. Sako wies darauf hin, dass es inzwischen auch einige muslimische Gelehrte gebe, die versuchten, den Koran neu zu interpretieren. „Doch sie sind noch zaghaft in ihren öffentlichen Äußerungen, aus Angst, in ihren eigenen Reihen auf Fanatiker zu stoßen, die sich vor Gewaltanwendung nicht scheuen.“ Man könne daher „zweifelsohne von moderaten Muslimen sprechen, nicht aber von einem moderaten Islam.“ (fides/poi/kap/alle welt)

 

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