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Hoffnung für die schwer geprüften Einwohner im Irak

IRAK – Grußwort von Patriarch Louis Raphael Sako

Liebe Freunde in Österreich!

Heute habe ich für Euch vor allem ein Wort: Danke. Danke für eure Solidarität, eure Geschwisterlichkeit, euer Mitfühlen mit den Christen an Euphrat und Tigris, die das christliche Erbe von zwei Jahrtausenden bewahren. Danke, dass Ihr uns in dieser schwierigen Stunde unterstützt. Danke, dass Ihr Eure Solidarität spirituell und materiell zum Ausdruck bringt.

In der Ninive-Ebene kehren die vertriebenen christlichen Familien zurück. Sie finden zerstörte und ausgeraubte Häuser und geschändete Kirchen vor. Aber sie lassen sich nicht entmutigen. Es ist wichtig, dass die Christen in ihre Häuser und Wohnungen zurückkommen, damit die Ninive-Ebene wieder eine der christlichen Kernlandschaften des Nahen Ostens wird. Es besteht die Hoffnung, dass dieser Vorgang der Heimkehr der Christen auch in Mossul stattfinden wird. Denn Mossul ist der Ursprungsort des Christentums im Zweistromland. Hier wurde seit dem 1. Jahrhundert das Evangelium gepredigt und die Eucharistie gefeiert – bis die „Daesh“­ Terroristen die Stadt besetzten. Aber wir sind entschlossen, die große christliche Tradition Mossuls wieder aufzunehmen.

In diesen Tagen wird in meiner Heimat um die Zukunft des Landes gerungen. Die einzige Lösung für die Zukunft ist ein säkularer Staat mit der Trennung von Religion und Staat, ein Staat mit gleichen Rechten und Pflichten für alle Bürgerinnen und Bürger. Das ist der Ausgangspunkt für eine wahre nationale Versöhnung, damit die Menschen im Irak nach den schrecklichen Ereignissen der Vergangenheit wieder miteinander leben können.

Ich bitte Euch, dieses Ringen mit Eurer Solidarität zu begleiten. Und ich bitte Euch um Euer Gebet, damit die schwer geprüften Christen unseres Landes Mut und Hoffnung bewahren.

Louis Raphael Sako
Patriarch der Chaldäisch-Katholischen Kirche im Irak

 

Hintergrundinformation: Die Situation heute

Ein Drittel der Christen ist zurückgekehrt

Vergangenen Dezember hat der irakische Premier Haider al-Abadi den Sieg über den sogenannten „Islamischen Staat“ verkündet. Und die Einwohner fassen wieder Mut. Ein Drittel der Christen (rund 30.000 Menschen), die 2014 fliehen mussten, sind zurückgekehrt, gab die Internationale Organisation für Migration (IOM) bekannt. Zudem ist zum ersten Mal die Zahl der Heimkehrer größer als jene, die in Flüchtlingslagern der Regierung ausharren. Insgesamt sind 3,22 Millionen von Binnenvertriebenen zum Jahreswechsel wieder zurück.

Ninive-Ebene: Erste Kirche neu geweiht

In der Ninive-Ebene leben die meisten der heimgekehrten Christen. Besonders hoch ist mit zwei Dritteln der Anteil christlicher Rückkehrer im Dorf namens Teleskuf. Am 8. Dezember wurde hier die St. Georgskirche als ein Zeichen der Erneuerung für die lokale christliche Gemeinschaft neu geweiht. Das Gebäude wurde dank eines Beitrags der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“ wiedererrichtet. Auch nach Karakosch ist die Hälfte der Bevölkerung, rund 25.000 Menschen, heimgekehrt. Diese Stadt war zu einem Symbol der irakischen Christen geworden, als zu Beginn der IS-Invasion tausende von ihnen zunächst dorthin flüchteten. Im Irak leben derzeit geschätzte 250.000 Christen. Das sind rund 0,5 Prozent aller 38 Millionen Einwohner. (vaticannews/kath.ch)

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