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Historisches Treffen zwischen Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. auf Kuba

Der „Ökumene-Minister“ Kardinal Kurt Koch: «Ich hoffe auf einen Durchbruch»

Kardinal Koch wird beim Gespräch zwischen Papst Franziskus und dem Patriarchen Kyrill I. dabei sein.

Was bedeutet das historische Treffen für Sie als Ökumene-Minister?
Kurt Koch: Es wird die erste – lange erwartete – Begegnung zwischen beiden Kirchenmännern sein und deshalb ein historisches Ereignis darstellen.

Worüber werden der Papst und der Patriarch sprechen?

Themen des Gesprächs werden Fragen sein, die die Beziehungen zwischen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche betreffen. Die beiden Kirchenführer werden aber gewiss auch die großen Fragen der heutigen Welt besprechen wie die gravierenden Krisenherde, die erbärmliche Situation im Nahen Osten, die Christenverfolgungen, die heute ein großes Ausmaß angenommen haben.

Was erhoffen Sie sich persönlich von diesem Gespräch?

Ich hoffe, dass dieses Treffen ein Durchbruch in der Beziehung zwischen beiden Kirchen sein wird und zu einer Normalisierung der Beziehungen führt. Ich erwarte auch, dass von diesem Treffen Impulse für den theologischen Dialog zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen insgesamt ausgehen werden. Zudem hoffe ich, dass auch eine klare Botschaft des Friedens und der Versöhnung in die heutige Welt hineingegeben wird.

Weshalb gab es bislang kein solches Treffen?

Patriarch Kyrill hat zwar seit seinem Amtsantritt gewünscht, dem Papst in Rom zu begegnen. Er ist aber der Überzeugung gewesen, dass die Zeit dazu noch nicht reif sei. Das russisch-orthodoxe Patriarchat hat sich dabei stets auf den großen Konflikt in der Ukraine und die schwierigen Beziehungen zwischen der griechisch-katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche berufen. Noch früher ist stets die Anklage erhoben worden, die römisch-katholische Kirche betreibe auf dem Gebiet des russisch-orthodoxen Patriarchats „Proselytismus“ (das Abwerben von Gläubigen, Anm. d.Red.) Dieser Vorwurf ist freilich heute kaum mehr zu hören, zumal Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus eindeutige Worte gegen den Proselytismus ausgesprochen haben.

Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür, dass das Treffen jetzt zustande kommt?

Die Herausforderungen in der heutigen Welt sind derart groß geworden, dass die Kirchen sich verpflichtet fühlen, intensiver zusammen zu arbeiten und ein gemeinsames christliches Zeugnis zu geben. (kath.ch/sys)

Im Bild unten: der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. (li.) und Papst Franziskus

kyrill   Su Santidad Papa Francisco

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