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Deutschland – Fast 100 Übergriffe auf Christen im Jahr 2017

Berlin/München – Brandstiftung, Körperverletzungen und sogar ein Mord. In Deutschland ist die Anzahl religiös motivierter Gewalt gegen Christen im vergangenen Jahr Besorgnis erregend angestiegen. Knapp 100 gezielte Angriffe auf Christen verzeichnete das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) 2017. Es war das erste Mal, dass christenfeindliche Straftaten systematisch erfasst wurden. In rund einem Viertel der dokumentierten Fälle wurden Kirchen und christliche Symbole angegriffen. In mindestens 14 Fällen waren es christenfeindliche Straftaten zwischen Asylbewerbern und Flüchtlingen. Das Hilfswerk „Open Doors“ hatte zuvor sogar von 743 Fällen religiös motivierter Gewalt gegen christliche Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften  berichtet.

Afghane ermordete konvertierte Landsfrau

Besonders großes Aufsehen erregte ein brutaler Mordfall in Prien am Chiemsee. Ein afghanischer Asylwerber hatte einer Landsfrau Ende April 2017 vor einem Supermarkt aufgelauert und 16 mal mit einem Küchenmesser auf sie eingestochen. Die Mutter von vier Kindern erlag kurz darauf ihren Verletzungen. Ihre beiden minderjährigen Kinder mussten die Tat hilflos mit ansehen. Vor wenigen Wochen verurteilte das Landgericht Traunstein den Täter zu lebenslanger Haft.

Das Mordopfer lebte mit seinen Kindern seit 2011 in Deutschland und war in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert. Zwei Jahre zuvor hatte sie in Afghanistan den christlichen Glauben angenommen. Zu ihrem Mörder stand sie in keinem engeren Kontakt. Nach Angaben des Täters hat sie ihn mehrfach aufgefordert, ebenfalls zum Christentum überzutreten.

Dr. Georg Bätzing,
Bischof von Limburg ©wikipedia

Kirche verurteilt Angriffe auf Muslime 

Gleichzeitig nimmt auch die Gewalt gegen Muslime zu. So wurde unlängst ein Besucher des Islamischen Kulturzentrums in Halle durch einen Schuss an der Hand verletzt. Die katholischen Bischöfe in Deutschland verurteilen den jüngsten Anschlag. „Solche Taten sind schändlich und dürfen in keiner Weise verharmlost werden. Nur wenn die religiösen Orte respektiert werden, kann das friedliche Zusammenleben von Gläubigen und Nicht-Gläubigen und von Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit in unserem Land gelingen. Als Christen sind wir mit allen solidarisch, die Opfer antireligiöser Gewalt werden“, betonte der Limburger Bischof Georg Bätzing, gleichzeitig Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz. (Quelle: kna)

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