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CSI-Schweigemarsch für verfolgte Christen

„Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm. Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.“ (1 Kor 12,25-27)

Seit mehr als 35 Jahren versucht die christliche Organisation CSI-Österreich (Christliche Solidarität International) mit oftmals großem Erfolg dieser Bibelstelle durch konsequenten solidarischen Einsatz für verfolgte Christen aller Erdteile gerecht zu werden.

Durch den gemeinsamen Einsatz für unterdrückte und benachteiligte Menschen verschiedener Konfessionen entsteht eine geistliche Verbundenheit im Namen Jesu Christi. Das interkonfessionelle Element zählt zu den wesentlichen Charakteristika von CSI-Österreich. Mit der Einbeziehung aller christlicher Kirchen und dem bewussten Verzicht auf unbegründete konfessionelle Bevorzugungen steht CSI-Österreich ganz im Zeichen der ökumenischen Solidarität. Ebenso vermeidet die Organisation sämtliche dogmatischen Punkte, die unter verschiedenen Konfessionen als kontrovers betrachtet werden können. Das ökumenische Miteinander lässt so die Unterschiede zwischen den Konfessionen in den Hintergrund treten.

Mit ihren Aktionen setzt sich CSI-Österreich zugleich für die Verwirklichung des Artikels 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen ein. Demnach hat jeder Mensch Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, ausdrücklich auch das Recht auf gemeinschaftliche Religionsausübung.

Den Höhepunkt der Arbeit von CSI-Österreich bildet der traditionelle Schweigemarsch gegen Christenverfolgung. Jedes Jahr im Frühsommer zieht die Glaubensgemeinschaft durch die Wiener Innenstadt, um die Öffentlichkeit auf das Leid von Millionen Christen aller Kontinente aufmerksam zu machen. Dabei wird die Gemeinschaft von prominenten Geistlichen aus den Schwerpunktländern begleitet. Im Anschluss an den Schweigemarsch wird ein ökumenischer Wortgottesdienst im Stephansdom zelebriert.

Bericht CSI-Schweigemarsch 2016

Bericht CSI-Schweigemarsch 2016

Frei leben! Frei glauben! Frei reden!
‚Mut zur Solidarität‘ – das war das Motto und zugleich der Aufruf des CSI-Schweigemarsches für verfolgte Christen 2016. Rund tausend Teilnehmer zogen zu Beginn der Langen Nacht der Kirchen in Wien vom Stephansdom bis zur Augustinerkirche. Ihr Ziel, den Menschen das drängende Problem der anwachsenden Christenverfolgung in weiten Teilen der Welt bewusst zu machen. (Eva Kohl)

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Kirchliche Würdenträger unterschiedlicher Konfessionen führten die Spitze des Schweigemarsches an (*)  – darunter auch zwei Syrer, die die Verfolgung ihrer Glaubensgeschwister seit fünf Jahren hautnah miterleben: der melkitische Pfarrer Hanna Ghoneim aus Damaskus sowie Ibrahim Alsabagh, Franziskanerpater aus Aleppo. Auch Mitglieder vieler katholischer Studentenverbindungen sind dabei. Auf Transparenten werden Menschenrechte und Religionsfreiheit eingefordert. Eines davon fasste zusammen: „frei leben, frei glauben, frei reden.“ Kardinal Schönborn – der heuer an der Teilnahme des Marsches gehindert war – dankt in einer Grußbotschaft den Anwesenden für ihr wichtiges Zeugnis.

Fulani-Hirten vertreiben Christen – CSI hilft sofort
Der CSI-Schweigemarsch leitet zum zweiten Mal in Wien die Lange Nacht der Kirchen ein. Christenverfolgung nimmt international alarmierend zu. Besonders dramatisch ist es in Syrien, im Irak und in Nigeria. Im Süden des afrikanischen Landes terrorisieren und töten derzeit muslimische „Fulani“ (nomadisches Hirtenvolk, Anm.) einheimische Christen. Während des Schweigemarsches ertönen durch das Megaphon bestürzende Schicksalsgeschichten verfolgter Christen aus aller Welt – und immer wieder aus dem Nahen Osten. Dort liege die Wiege des Christentums, betont Diakonie-Direktor Chalupka in seiner Ansprache. Das solle Europa nicht vergessen. Die Mitverantwortung der westlichen Welt an der Situation im Nahen Osten wird angesprochen. Der syrische Pfarrer Ghoneim bittet unter dem Beifall der Teilnehmer und vieler Passanten: „Stoppt Waffenlieferungen nach Syrien!“ Aber auch schreckliche Armut würde die Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. „Wir brauchen mehr Unterstützung für die Christen vor Ort.“

Übergriffe in Europa
Die parlamentarische Versammlung des Europarats hat die Verfolgung religiöser Minderheiten durch den sog. „IS“ im Nahen Osten als Völkermord eingestuft. Die mitmarschierende ÖVP-Landtagsabgeordnete Gudrun Kugler fordert, Österreich solle am „internationalen Parkett einstehen für die bedrohten Christen.“ Auch in europäischen Flüchtlingsunterkünften sei mehr als bisher auf die Sicherheit christlicher Flüchtlinge zu achten. „Wir haben einen Teil dieser Christenverfolgung importiert. 80 Prozent der christlichen Flüchtlinge erleben nun die Unterdrückung in europäischen Lagern weiter.“ Nach den Ansprachen rezitierte ein Diakon der syrisch-orthodoxen Kirche das Vaterunser auf Aramäisch – in der Sprache Jesu.

Jesidinnen bei lebendigem Leib verbrannt
Auf dem Weg zur Augustinerkirche werden auch die Schicksale von Christen, Jesidinnen (in diesen Tagen wurden 19 von ihnen im Irak bei lebendigem Leib öffentlich verbrannt, Anm.) und liberalen Muslimen erzählt, die Opfer religiös motivierter Gewalt wurden. Der armenische Patriarchalvikar Petrossian hofft für seine Heimat auf eine Annäherung mit dem Nachbarn Türkei, auch wenn es im Moment noch große Hindernisse gäbe: „Auf zivilgesellschaftlicher Basis gibt es wenigstens eine deutliche Öffnung.“ Auf den historischen Papstbesuch in Armenien (24.-26. Juni) freut er sich besonders. Anerkennende Worte fand er auch über Papst Franziskus, dass er als Kirchen- und Staatsoberhaupt den Völkermord an den Armeniern von 1915 anerkannt hat. Beim abschließenden ökumenischen Gottesdienst in der Augustinerkirche wird für Opfer und Täter der Verfolgung gebetet. Verfolgung sei nicht nur ein Thema der Christen. Religionsfreiheit sei ein Menschenrecht aller, unterstreicht CSI-Generalsekretär Dr. Elmar Kuhn, doch: „Menschenrechte kommen nicht von alleine – man muß sich aktiv für sie einsetzen.“

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Die ‚Kerze der Hoffnung‘ ist bei CSI-Österreich ein vertrautes Symbol. Es erinnert an Menschen, die ihres Glaubens wegen verfolgt werden. Dieses Symbol prägte auch den ökumenischen Gottesdienst in der Wiener Augustinerkirche, der den ermutigenden Abschluss des Schweigemarschs bildete. Die Kerzen wurden in Laternen im Anschluss in die Pfarrgemeinden getragen.

Das erschütternde Triptychon des nigerianischen  Künstlers Samuel Palmtree beherrscht das linke Seitenschiff der Augustinerkirche. Vor dem Kunstwerk über die Leiden verfolgter Christen stehen knapp dreißig Laternen bereit. Während der Fürbitten werden die Kerzen entzündet und die leuchtenden Laternen auf den Stufen des Hauptaltars aufgereiht. Georg Radlmair, Mitbegründer der Langen Nacht der Kirchen, dazu: „Diese Laternen sollen in den unterschiedlichen christlichen Kirchen brennen. Sie zeigen allen Besuchern der Langen Nacht, dass wir in unserer Verantwortung als Christen keine Verfolgung, sei sie aus religiösen Motiven oder anderen, erlauben und stets unsere Stimme dagegen erheben werden.“

Christen aus ganz Wien möchten das Licht der Hoffnung jetzt in ihre Gemeinden tragen. Wie Ingrid Melichar, die ihre Laterne in die Pfarre Breitenfurt nahe Wien bringt. „Bei uns liegen die Info-Materialien von CSI immer auf. Unser Pfarrer war beim vorjährigen Schweigemarsch selbst mit dabei“, heuer bringe sie das Licht der Hoffnung für die anderen mit in die Pfarre. Catherine De Bonnaires aus St. Josef in Wien Margarethen und Helene Unger aus Inzersdorf Neustift haben eher das Gefühl, dass es in ihren Gemeinden noch an Engagement für verfolgte Christen fehle. „Aber jetzt werden wir sagen: Bitte tut etwas“, nimmt sich Unger vor und De Bonnaires ergänzt: „Jetzt bin ich voller Kraft.“ Eine Kraft, die mit den Laternen mitgetragen wird.

Auch die Wiener Landtagsabgeordnete Gudrun Kugler, nimmt mit ihrer Familie eine Laterne mit. Diese möchte sie, sofern es möglich ist, im ÖVP-Parlamentsclub aufstellen. Mit hundert Kerzen zum Nachbestücken: „Als Zeichen, dass wir als Politikerinnen und Politiker ganz besonders gefordert sind, gegen Christenverfolgung zu agieren.“

 Stimmen von Schweigemarsch-Teilnehmern     

Werner Steinwender, 70, aus Wien: „So viele Menschen nehmen sich um so viel Gutes an, da sollten wir uns jetzt dringend um unsere christlichen Brüder kümmern. Nie kam es zu so großer Christenverfolgung wie heute.“
Katharina Barske, 28, aus Deutschland: „Ich wusste bisher nichts über Christenverfolgung. Bin jetzt sehr betroffen. Den CSI-Informationsflyer, den ich hier in der Hand halte, lese ich mir jetzt definitiv durch.“
Amer Albayati, 74, irakischer Moslem: „Die liberalen Muslime werden wie die Christen verfolgt. Die Christen im Nahen Osten sind die ursprünglichen Bewohner dort. Wir verstehen nicht, warum sie vertrieben werden. Der heutige ökumenische Gottesdienst war für uns eine Bereicherung für Geist und Seele!“

(*) Weitere Teilnehmer u.a.: die Wiener Weihbischofe Scharl und Turnovszky, der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) Superintendent Pöll, der evangelische Pfarrer Chalupka, Direktor der Diakonie, Patriarchalvikar Tiran Petrossian der armenisch-apostolischen Kirche und der griechisch-katholische Generalvikar Yuriy Kolasa.

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Bericht CSI-Schweigemarsch 2016 Braunau am Inn

Bericht CSI-Schweigemarsch 2016 Braunau am Inn

Am 27. Februar fand bereits zum dritten Mal der Braunauer CSI-Schweigemarsch für verfolgte Christen statt. Aus der Initiative der christlichen Gemeinschaften von Braunau ist inzwischen ein beeindruckendes Zeugnis der Solidarität mit verfolgten Christen geworden. Rund 150 Menschen formten den stillen Protestzug durch die Innenstadt, an der Spitze die Vertreter der christlichen örtlichen Gemeinden. Der Organisatorin Frau Christine Stadlinger, Mitglied des Pfarrgemeinderates von Braunau-Maria Königin, ist es heuer gelungen, den Dialog mit den Muslimen in diesem Bereich auszuweiten. Somit nahmen auch ein Dutzend Muslime vom dortigen Islamischen Friedenszentrum am Marsch teil (s. Foto).

Bild: @ Herbert Fink
Bild: @ Herbert Fink

Jasmina Abdelrahman, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, begründete die Teilnahme ihrer Glaubensgeschwister an dem Protestzug, mit den Worten, ebenfalls ihre Stimmen gegen Gewalt an Christen, Extremismus und Terrorismus erheben zu wollen. Anschließend fand ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Dort erläuterte CSI-Bildungsreferentin Diana Mihaiescu in einer Ansprache konkrete Möglichkeiten zur Unterstützung verfolgter Christen sowie die bestehende Gelegenheit, in Österreich ein Best-Practice-Beispiel für Ökumene und Integration zu schaffen. Mit dem gemeinsamen Segenswort aller Vertreter der christlichen Gemeinden Braunaus endete ein Tag, der ein klares Zeichen gegen Christenverfolgung und für Religionsfreiheit weltweit setzte.

Bericht CSI-Schweigemarsch 2015 WIEN

Bericht CSI-Schweigemarsch 2015 WIEN

Syrien/Irak, Situation in Nigeria, armenischer Genozid waren Schwerpunkte

Wien – Die Solidarität mit den verfolgten Christen vor allem im Nahen Osten und in Afrika bildete am Freitag einen zentralen Akzent bei den Wiener Veranstaltungen zur 11. „Langen Nacht der Kirchen“. Bereits um 17.15 Uhr setzte sich am Stephansplatz der große „Schweigemarsch für die verfolgten Christen“ in Bewegung. Geleitet wurde der Schweigemarsch der österreichischen Sektion von „Christian Solidarity International“ (CSI) von Kardinal Christoph Schönborn, Metropolit Arsenios (Kardamakis), Weihbischof Franz Scharl, dem griechisch-katholischen Generalvikar Yuriy Kolasa, dem armenisch-apostolischen Patriarchaldelegaten P. Tiran Petrossian und weiteren Spitzenrepräsentanten der christlichen Kirchen. Ziel des Schweigemarsches war die Augustinerkirche, die ihr gesamtes Programm zur „Langen Nacht der Kirchen“ dem Thema „Christenverfolgung heute“ gewidmet hatte.

Schönborn: „Wir beten auch für die Verfolger“

Kardinal Schönborn sagte vor dem Stephansdom; „Wir beten für die verfolgten Christen, aber wir beten auch – so wie es Christus vorgelebt hat – für die Verfolger“. Die Verfolger meinten, im Namen der Religion zu handeln, obwohl alles, was sie tun, „der Religion widerspricht“. Metropolit Arsenios betonte, es sei zutiefst traurig, dass Christen „verfolgt und getötet werden, weil sie an Christus glauben“. Vor der Dreifaltigkeitssäule am Graben und auf dem Josephsplatz wurde Station gemacht. CSI-Generalsekretär Elmar Kuhn erinnerte an das Glaubenszeugnis der 21 koptischen und der 28 äthiopischen Christen, die von IS-Terroristen in Libyen ermordet worden sind. Wörtlich sagte Kuhn: „Wir wünschen uns von den Muslimen in Europa, dass auch sie gegen das Islamverständnis des IS auf die Straße gehen“. Kardinal Schönborn erinnerte an die „beeindruckende Glaubenstreue“ der libyschen Märtyrer, die auf den „erschütternden Videos“ ihrer Ermordung sichtbar geworden sei.

Die zwei Bischöfe aus Aleppo sind nach zwei Jahren immer noch spurlos verschwunden

Vor dem Stephansdom, vor der Dreifaltigkeitssäule und auf dem Josephsplatz wurde das Vaterunser jeweils zunächst auf griechisch, armenisch und aramäisch (der „Sprache Jesu“) gebetet, dann auf deutsch. Kuhn verwies zum Abschluss des Schweigemarsches – „stellvertretend für alle entführten Christen“ – auf die noch immer spurlos verschwundenen Metropoliten von Aleppo, Mar Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi. Mar Gregorios sei noch kurz vor seiner Entführung in Wien gewesen; im Gespräch mit CSI-Sprecherin Pia de Simony sei deutlich geworden, dass er sich der Gefahr bewusst war, in der er schwebte.

Beim Schweigemarsch wurden zahlreiche Transparente – sowohl von CSI als auch von orthodoxen Gemeinden in Wien – mitgeführt, auf denen u.a. das „Menschenrecht auf Religionsfreiheit“ eingefordert, aber auch unmissverständlich festgestellt wurde: „Christenverfolgung sofort stoppen“.

Segnung eines Seitenaltars für verfolgte Christen mit modernem Golgotha-Gemälde

Beim abschließenden ökumenischen Gottesdienst des Schweigemarsches in der Augustinerkirche wurde am neuen „Altar für die verfolgten Christen“ ein Triptychon des nigerianischen Künstlers Samuel Palmtree gesegnet, das in eindrucksvollen Bildkompositionen das Leid der entführten, inhaftierten, gelynchten und gefolterten Christen in Afrika zeigt, zugleich aber auch die Weigerung der Gläubigen deutlich macht, den gekreuzigten Christus zu verleugnen, selbst wenn dies lebensrettend wäre. Pfarrer P. Matthias Schlögl verwies auf das Wort von Papst Franziskus von der „Ökumene des Blutes“, dem gemeinsamen Zeugnis der christlichen Märtyrer unterschiedlicher Konfession.

Reflexion des Märtyrertodes des algerischen Trappisten-Abtes Christian de Cherges

Im Anschluss an den Gottesdienst waren Texte frühchristlicher Märtyrer (begleitet von Noemi Tiercet und Peter Hudler) zu hören. Danach wurde der Märtyrertod des algerischen Trappisten-Abtes Christian de Cherges und seiner Mitbrüder im Jahr 1996 (mit dem musikalischen Hintergrund des Ensembles „Vocafonia“) reflektiert. Den Abschluss in St. Augustin bildete ein von Pfarrer P. Matthais Schlögl zelebriertes Requiem für die getöteten Christen von heute; die Messfeier wurde musikalisch von Chor, Solisten und Orchester von St. Augustin mit dem Requiem in d-Moll von Mozart gestaltet.

Leid der syrischen Flüchtlinge

In der Pfarrkirche zum Heiligen Franz von Assisi in Breitenfeld (Wien 8) stand in der „Langen Nacht“ vor allem die Situation in Syrien und das Leid der Flüchtlinge im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Syrien muss leben“ diskutierten der Journalist und Friedensaktivist Leo Gabriel (der zuletzt im Februar in Syrien war), die seit 28 Jahren in Wien lebende syrische Christin Marie Therese Kyriaky, Gründerin des Vereins für arabische Frauen, und der griechisch-orthodoxe, aus Syrien stammende Theologe Waseem Haddad. Bereits vor der Diskussion wurde umfassend über die Situation in Syrien informiert, Frauen aus Syrien boten ein orientalisches Buffet und kunsthandwerkliche Produkte zur Unterstützung der Flüchtlinge an.

Gezeigte Dokumentarfilme über den Genozid an den Armeniern in der Pfarre der armenisch-apostolischen Kirche und im Mechitharistenkloster in Wien

Auch im Hinblick auf das 100-Jahr-Gedenken des 1915 begonnenen Völkermords an den armenischen Christen im Osmanischen Reich boten die armenischen Kirchen in Wien ein vielfältiges Programm an. In der armenisch-apostolischen Pfarrkirche St. Hripsime im 3. Bezirk begann die „Lange Nacht“ um 17.50 Uhr mit dem Glockengeläut. Anschließend kam die heilende Kraft der Kirchenmusik für die Seele zum Zug. Daran schloss sich die feierliche Liturgie in altarmenischer Sprache. Um 21.30 Uhr wurde im Gemeindesaal der im Rahmen der Aktion „Ich erinnere mich und verlange“ gedrehte Dokumentarfilm über den Genozid an den Armeniern ab 1915 gezeigt.

Bei den Mechitharisten – den armenischen Benediktinern – im 7. Bezirk war nach dem Rosenkranzgebet für den Frieden in der ganzen Welt die Vesper in der armenischen Tradition zu hören. Die spannende Geschichte der Mechitharisten in Wien und in der angestammten Heimat stand anschließend im Mittelpunkt. Um 21 Uhr wurde auch bei den Mechitharisten ein Film über den armenischen Genozid gezeigt.

Dechant Jakob Osundu Nwabor analysiert „Das Spannungsfeld zwischen Christen und Muslimen in Nigeria“

In der „Altkalksburger Vereinigung“, die im Amalientrakt der Hofburg angesiedelt ist, analysierte der Dechant von Poysdorf (der selbst aus Nigeria stammt), Jakob Osundu Nwabor, „Das Spannungsfeld zwischen Christen und Muslimen in Nigeria“. (poi)

Bericht CSI-Schweigemarsch 2015 Braunau am Inn

Bericht CSI-Schweigemarsch 2015 Braunau am Inn

Am 28. Februar 2015 fand bereits zum zweiten Mal der Braunauer CSI-Schweigemarsch für verfolgte Christen statt. Aus der Initiative der christlichen Gemeinschaften von Braunau ist ein beeindruckendes Zeugnis der Solidarität mit verfolgten Christen geworden.
Knapp 200 Menschen formten den langen Protestzug durch die Innenstadt, an der Spitze die Vertreter der christlichen Gemeinden und Bürgermeister Mag. Waidbacher. Die Organisatorin, Frau Stadlinger, hatte auch mit dem islamischen Friedenszentrum über seine Teilnahme gesprochen. Leider kam es dann doch zu keinem Mitgehen der Muslime, aber ein erster Schritt zum besseren Dialog ist gemacht.
Ein besonderer Höhepunkt war der Ökumenische Gottesdienst im Anschluss an den stillen Protestzug. Als Ehrengast nahm der neue serbisch-orthodoxe Bischof Andrej an der Feier teil. In der Ansprache erwähnte CSI-Generalsekretär Dr. Kuhn die vorbildliche Integration der serbischen Immigranten in Österreich. „Daher könnten die serbischen Mitbürger überzeugender als wir geborene Österreicher den muslimischen Mitbürgern zeigen, dass das Erlernen der Sprache und die Integration in die Gesellschaft keineswegs den Verlust der eigenen Kultur und  Religion bedeutet.“  Mit dem gemeinsamen Segenswort aller Vertreter der christlichen Gemeinden Braunaus endete ein Tag, der ein klares Zeichen gegen Christenverfolgung und für Religionsfreiheit in unserer Welt setzte. Das großartige Spendenergebnis von 1.686,70 Euro fließt in direkte Hilfen für vertriebene Christen in Syrien.

 

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