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Bericht wirft indischer Regierung Versäumnisse bei Minderheitenschutz vor

Ein britischer Parlamentsbericht kritisiert die indische Regierung. Sie habe es versäumt, religiöse Minderheiten vor gewalttätigen Hindu-Hardlinern zu schützen.

Ein Bericht der britischen Allparteien-Fraktion für internationale Religions- und Glaubensfreiheit besagt, dass der Aufstieg der nationalistischen „Hindutva“-Ideologie – die „indisch“ ausschließlich als Hindu definiert – zu einer Zunahme der religiösen Unterdrückung im Land geführt habe.
Der Bericht vom 31. Dezember mit dem Titel „Commentary on the Current State of Freedom of Religion or Belief“ führt unter anderem aus, dass Anti-Konversionsgesetze in sieben indischen Bundesstaaten auch zur Bedrohung von Muslimen und Christen verwendet werden.
Premierminister Narendra Modi habe zwar „endlich die Gewalt des Mobs gegen Minderheiten verurteilt, aber seine Regierung ist weitgehend untätig geblieben, um proaktiv gegen spiralförmige, religiös motivierte Gewalt vorzugehen“, heißt es weiter.

Mit Regierungsantritt der BJP hat sich Situation verschärft
Menschenrechtsaktivisten haben sich den im Bericht geäußerten Bedenken angeschlossen. Die Situation habe sich verschärft, seit die Regierungspartei BJP 2014 an die Macht kam. Hinduistische Hardliner sähen den Sieg der Partei als ein Mandat dafür, um auf ihr Ziel der hinduistischen Nationalität hinzuarbeiten.
Adil Hussain, ein in Neu-Delhi ansässiger Rechtsaktivist, sagte gegenüber Ucanews, er befürchte, dass die Gewalt gegen religiöse Minderheiten im Vorfeld der landesweiten Wahlen im April noch schlimmer werde. „Die Führer nationalistischer Gruppen haben Hindus offen gebeten, mehr Kinder zu zeugen und sie mit Waffen vertraut zu machen, um Muslime zu bekämpfen“, sagte Adil. „Dieses Gift breitet sich im ganzen Land aus und lässt Minderheiten in Notlage zurück.“

Angriffe gegen Christen werden hingenommen
Der christliche Aktivist A.C. Michael betonte gegenüber ucanews.com, dass zahlreiche Berichte ein klares Muster der zunehmenden religiösen Intoleranz gegenüber Christen in Indien offenbart haben. Diejenigen, die an antichristlichen Angriffen beteiligt sind, hätten ein gewisses Maß an Straffreiheit aufgrund der stillschweigenden Zustimmung von Regierungsbeamten und der Polizei zu erwarten, sagte Michael.
Ein Bericht von ADF-India, einer Organisation zur Verteidigung der christlichen Rechte im Land, besagt, dass zwischen Januar und Oktober 2018 219 Vorfälle hinduistischer Gewalt gegen Christen gemeldet wurden, die vor allem Frauen und Kinder betraf. „Trotz Hunderter von antichristlichen Vorfällen registrierte die Polizei in nur 12 Fällen ein Verbrechen“, sagte Michael. „Was noch schockierender ist, ist die Tatsache, dass die politischen Führer des Landes ein Schweigen über die Vorfälle bewahrt und keinen einzigen verurteilt haben.“
Indien hat laut offizieller Volkszählung rund 170 Millionen Muslime in einer Bevölkerung von 1,2 Milliarden Menschen. Es gibt 28 Millionen Christen, die über das ganze Land verstreut sind.(ucanews)

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