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Anschlag in Quetta – eine Spur des Terrors

Pakistans Christen erleben eine Serie von Verfolgungen – CSI-Österreich hilft

PAKISTAN Christen im Visier von Terroristen

Unmittelbar vor Weihnachten brachte der verheerende Selbstmordanschlag vom 17. Dezember 2017 unendliches Leid über betende Christen: Kinder, Frauen, Familien. Ziel war eine Methodistenkirche in der Stadt Quetta in der Provinz Belutschistan. Bei dem Anschlag kamen mindestens neun Menschen ums Leben. Mehr als 60 Gläubige – darunter zahlreiche Frauen und Kinder – wurden zum Teil schwer verletzt. „Gemeinsam mit unserem Partner FACES Pakistan haben wir sofort reagieren können und in einer Blitzaktion 6.500,- Euro für die Opfer des jüngsten, abscheulichen Attentats zur Verfügung gestellt“, betont CSI-Generalsekretär Elmar Kuhn. 

Die spontane Hilfe ermöglichte es, zwanzig beim Attentat verletzten Kindern die rettende medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren haben fünfzehn Familien, deren Mitglieder der Blasphemie angeklagt wurden, Decken und Kleidung für den Winter erhalten. Und Angeklagte, wie Imran, erhalten professionelle anwaltschaftliche Hilfe, um die haltlosen Blasphemie-Verleumdungen zu entkräften und frei zu kommen.

Die unschuldigen Terroropfer brauchen jetzt dringend weitere und vor allem schnelle Hilfe. Einem 3-jährigen Mädchen wurde der rechte Fuß von der Bombe abgerissen. Die Operationskosten kann sich die Familie nicht leisten, wir haben zugesagt, die umgerechnet 1.475 Euro für die OP zu finanzieren. Aber auch die Familie von Sultan, dem Familienvater, der bei dem Anschlag ums Leben gekommen ist, braucht Überlebenshilfe. Der einzige Ernährer ist jetzt tot. Die älteste Tochter Ruth ist erst 13, die drei Brüder Aayz, Nawaz und Musa sind 9, 7 und 6 Jahre alt. Und dann gibt es noch das zweijährige Nesthäkchen Gurdya. Die Mutter Asmat Bibi weiß nicht, wie sie ihre Kinder ernähren soll. Bis die Söhne arbeiten können und die große Tochter eventuell mit Nähen und Waschen etwas zum Leben beitragen kann, dauert es noch ein paar Jahre. Und sie sollen wenigstes ihre Schulbildung abschliessen können. CSI hilft der Mutter, ein kleines Geschäft aufzubauen, etwa mit dem Verkauf von Früchten und Gemüse. Damit kann sie dann langfristig ihre Familie ernähren. Dazu braucht sie aber eine Startfinanzierung. Rund 1.500 Euro kostet diese Hilfe zur Selbsthilfe. 

Decken und medizinische Betreuung durch die schnelle Hilfe von CSI

Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung! – Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende.

HINTERGRUND: Verleumdung, Verfolgung und Ermordung. Erinnern wir uns an den tragischen Fall von Asia Bibi.  Die fünffache Mutter wurde im November 2010 als erste Frau in der Geschichte Pakistans wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Seitdem wartet sie in der Todeszelle auf die Vollstreckung des Urteils. Appelle des Papstes, vieler Politiker und weltweite Petitionen (auch immer wieder von CSI) haben die Vollstreckung bisher verhindern können. Wir beten für eine Neuaufnahme des Verfahrens oder doch zumindest für einen Gnadenakt. Noch ist nicht alles verloren.

Der gefürchtete Blasphemie-Paragraph sieht im Extremfall auch die Todesstrafe vor. Noch vor dem Ende der Gerichtsverfahren greifen oft aufgehetzte Nachbarn zur Lynchjustiz. „Das Blasphemie-Gesetz ist eine der ganz großen Bedrohungen für die religiösen Minderheiten im Land. Die Menschen werden auf offener Straße umgebracht, weil viele das Gesetz in die eigene Hand nehmen. Oft wird es für bewusst falsche Anschuldigungen missbraucht“, bestätigt Khalil Tahir Sandhu, Minister für Minderheiten der Provinz Punjab. Der gelernte Jurist hat im Herbst CSI-Österreich besucht und ausführlich über die lebensgefährliche Lage von Christen in seinem Land berichtet

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